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GamesCom 2016

 

Die GamesCom gibt es seit 2002, damals noch für sechs Jahre unter dem Namen Games Convention in Leipzig. Anfangs gab es schon 80.000 Besucher, doch bei über 200.000 Besuchern mussten sie auf ein größeres Messegelände umziehen. Heute steht man davor, die 350.000 Besuchergrenze zu sprengen und Wochen im Voraus ausverkaufte Karten sind heute normal. Manche meinen, die Organisation wäre schlechter und unfreundlicher geworden, alles sei unübersichtlicher geworden. Aber das ist wohl eher der Vielzahl an Menschen geschuldet, die die Messehallen fluten. Während normaler Tage wartet man stundenlang für ein einziges Event und brütet in stickigen Hallen. Daher ist es mir wichtig gewesen, die Messe am ersten Tag zu besuchen. Denn der erste Tag, Mittwoch, nächstes Jahr dann vorverlegt am Dienstag, ist der einzige begrenzte Tag, an dem nur Fachbesucher, Presse und VIP-Gäste eingelassen werden.

Fachbesucher erhalten einen Ausweis, zahlen drei Mal so viel wie normale Besucher und dürfen die beruhigte Business-Area betreten. Pressebesucher kommen gratis, doch für beide Tickets, muss man verifizieren, dass man beruflich mit der Spieleindustrie zu tun hat. VIP-Gäste zahlen ebenfalls nichts und müssen von Entwicklern eingeladen werden, dürfen dann die geschlossenen Boxen betreten, in denen die Entwickler über die Messetage hinweg, immer wieder denselben Vortrag über ihre Software abhalten. Für bekanntere Menschen ist das Umhertingeln zwischen den einzelnen Terminen mehr Stress, als das Grundthema Spiel dort noch Spaß machen kann. Man muss auch die Überreizung durch die Menge dort bedenken.

Eine Halle ist immer für Merchandise reserviert. Händler stellen zu ihren Produkten allerlei Alltagskrempel her. Figuren, Decken, Poster, Kleidung, Süßigkeiten, Kuscheltiere, Anstecker, Buttons, Stücke für die Vitrine und vieles mehr. Zu maßlos überteuerten Preisen wird hier alles verkauft, was Bezug auf Spiele und Anime nimmt. Hier nutzt man, wie auch bei Nahrung und Getränken, die Monopolstellung des Marktes auf der Messe aus. Nur in der Businessarea ist die Verpflegung günstiger. Dass auch Anime-Merchandise zugelassen ist, liegt an der großen Menge Cosplayer auf der GamesCom, die nun allerdings rückläufige Zahlen zu verzeichnen haben, weil man jegliche Art waffenähnlicher Gegenstände verboten hat. Das liegt an den jüngsten Amokläufen und der damit entstandenen Grundangst der Deutschen. Doch Cosplay ohne Schaumstoff-, Kunststoff-, oder Pappwaffen, ist nahezu undenkbar. Daher gab es dieses Jahr einen Protest, unter dem hunderte ihre Karten zurückgaben.

 

Mit 100 Ständen, war das Mobile-Segment 2015 am stärksten vertreten. Auf 640qm haben 60 Indie-Entwickler den größten Bereich seit Beginn dieses Projektes 2013. Auch wenn man glaubt, Simulatorengames wären sehr unbeliebt, so steigen die Community-Zahlen doch immer mehr. Der Landwirtschaftssimulator ist mittlerweile grafisch auf dem aktuellen Stand der Technik und von den Glitches von vor acht Jahren, als dieses Sub-Genre sich auftat, fehlen auch jegliche Spuren.

 

Life is strange wird von Legendary Digital als Serie umgesetzt, auch The Division, Tetris und Assasins Creed werden verfilmt. WoW, Angry Birds, in Zukunft wird der Trend fortgesetzt, Spiele zu verfilmen, statt wie es sonst immer war, andersrum. Die Gamingbranche wird langsam ein Konkurrent zur Film-Industrie. Mit 40 Millionen verkauften Modellen, wurde die Playstation 4 die meistverkaufte Konsole aller Zeiten. Auch hat Final Fantasy World of Warcraft in aktiven Nutzern überholt, mit der neuen Erweiterung von WoW mag sich das wieder ändern.

 

Während Ingress von Niantic damals 14 Millionen Spieler abgegriffen hat, schaffte Pokémon Go in einem Monat 75 Millionen Spieler und mittlerweile über 500 Millionen Spieler. Es wird dort mehr Zeit als in Facebook verbracht und mehr Menschen nutzen Pokémon Go, als Tinder und Twitter und bald könnten auch Snap Chat und Google Maps überholt werden. Zwar werden noch weitere Inhalte folgen, die Nutzerzahlen brechen allerdings langsam wieder nach dem ersten Hype ein. Nintendos Aktie stieg mehr als auf das Doppelte an, verlor aber nun wieder ein Fünftel, da die Aktionäre begriffen, dass die Rechte bei Niantic und der Pokémon Company liegen. 10 Millionen Dollar Werbeeinnahmen pro Tag, können natürlich nicht ewig gehalten werden. Über 45 Millionen täglich aktive Nutzer am Tag, sind mittlerweile auf unter 30 gesunken und auch die gespielte Zeit sinkt. Das macht die Server stabiler und die Parks wieder etwas leerer als in den ersten Wochen. Kein Hype währt ewig.


Die GamesCom ist keine Cebit und nicht mehr so wie früher. Das Fachliche steht heute weniger im Mittelpunkt, als die allgegenwärtige Werbung neuer Produkte. Auch Kinderspielefirmen wie Mattel, Lego, Playmobil, Dickie waren vertreten. Diese Branche finde ich allerdings weniger interessant, da sie sich nur abschauen, was es schon an Filmen und Spielen gibt und das dann für ihre Figuren übernehmen. Seit Ende der 90er kamen kaum wirklich neue Ideen auf diesen Teil-Markt. Alles in allem konnte ich die GamesCom sehr genießen.

2017 habe ich ein Info-Video über die E3 gesendet, aber die GamesCom verfolgte ich nur nebenbei und dort erfuhr ich kaum etwas, was ich noch nicht wusste. Anno 1800 und Age of Empires 4 waren meine einzigen Überraschungen.

Assassins Creed und God of War würde ich 2018 sehr gern spielen!