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StarCraft Taktiken

Ich habe mich in den letzten Wochen nebenbei mal mit StarCraft beschäftigt. Dazu möchte ich hier gern ein paar aktuelle Informationen rausgeben. Es gibt Listen mit jeweils 100 Platzierungen, sogenannte gleichwertige Divisionen. Eingestuft wird man durch Punkte. Man gewinnt Punkte durch Siege und verliert sie durch Niederlagen. Nach längerer Spielpause bekommt jeder einen sich füllenden Bonuspool an Punkten, der bei Siegen zusätzlich verteilt wird. So werden Spieler mit viel Zeit zum Spielen nicht unbedingt bevorzugt. Man geht von 100 bis 150 Siegen aus, die man zum Aufstieg in die Silber-Liga braucht und halb so viele für jede weitere. Es gibt folgende Ligen: Bronze, Silber, Gold, Platin, Diamant, Meister, Großmeister.

250.000 aktive Spieler spielen auf Europa, Amerika und Asien aufgeteilt StarCraft 2. Jeweils ungefähr ein Drittel teilt sich auf diese drei Gebiete auf. 36% in Europa, 33% in Amerika und 31% in Asien. Am Liebsten werden Terraner gespielt, gefolgt von Zerg und Protoss, doch alle drei Rassen werden nahezu von jeweils einem Drittel der Spieler bedient. Es ist sehr ausgeglichen. Da StarCraft ein sehr anstrengendes Spiel ist und Strategiespiele seit den Neunzigern nun langsam den Shootern und Teambrawlern Platz machen müssen, hat StarCraft nicht so viele Spieler wie andere Blizzard-Titel. StarCraft verlangt schnelles Handeln, schneller als man denken kann. StarCraft verlangt Emotionen zu vermeiden und lieber sofort das Drittbeste zu tun, als nach reiflicher Überlegung das Beste. Es ist wie Schach mit 200 Figuren auf 50.000 Feldern und statt in Runden geschieht alles gleichzeitig. Manche Spieler schaffen zwischen 100 und 300 Aktionen die Minute. Allerdings sind die meisten Weltmeister nur wenige Jahre im Rennen und unter 25 Jahre alt. Denn die Reaktionsgeschwindigkeit nimmt mit dem Alter ab und solche rasanten Denksportaufgaben funktionieren nur in der Jugend.

Die beliebtesten E-Sports-Titel sind Dota 2, League of Legends, StarCraft 2, Counter Strike und StarCraft 1. Die erfolgreichsten Spieler werden hier zu Millionären, weswegen man es durchaus als fest etablierten Sport ansehen kann. Außerhalb der Turniere haben viele Spieler feste Werbeverträge und damit Gehälter. Einfach für das professionelle Gameplay.

Ich lernte von Meistern von vor 6 Jahren und erfahre Zahlen zu Zeiten von vor zwei Jahren. StarCraft ist nicht mehr so beliebt wie einst, doch die letzte Erweiterung hat die Zahlen vielleicht ein wenig verändert. Im Januar 2015 stand die Spieler-Verteilung so fest:

 

  • Bronze                20.000    Spieler
  • Silber                   65.000    Spieler
  • Gold                     80.000    Spieler
  • Platin                   32.000    Spieler
  • Diamant              21.000    Spieler
  • Meister                  2.700    Spieler
  • Großmeister            800    Spieler


Allgemein ist anzumerken, dass Casual Gaming immer interessanter wird. Jeder will alles spielen und die neuesten Spiele sind so angelegt, dass jeder sie spielen kann. Daher gibt es immer weniger Herausforderung in den meisten Spielen. Bei den wenigen wirklich kernig bleibenden Spielen sind der Schwierigkeitsgrad und der Wettbewerb zwar sehr hoch, aber es sollte weiterhin um Spaß gehen und man sollte bedenken, dass man Leistung nur im glücklichen, ausgeruhten Zustand bringen kann. Niemand ist in allen Games gut. Gerade ich - der auch fast alles anzockt - weiß, dass nur Leute ohne Reallife überall gut sein können.

Das Aufsteigen durch Turniere, nennt sich laddern. Das kommt vom Wort Leiter. Blizzard hat neben der Punktzahl der Spieler noch ein 
Match Mark Ranking ähnlich der Elo-Zahl im Schach, nur viel komplizierter.

 

Allgemeine Spieltipps

 

 
Lege direkt zu Anfang die Sammelpunkte der Arbeiter auf die Mineralien, um untätige Arbeiter zu verhindern. Lege die Sammelpunkte der Kämpfer in Richtung der Ausgänge deines Lagers. Ein Plan vom Spiel ist gut, aber spiele eher reaktiv. Nutze die Tipps hier, aber achte auf deinen Gegner und reagiere schnell.

Sei eine Spinne in einem Netz. Greife nicht zuerst an, sondern lasse den Feind zu dir kommen. Meist sind die Basen eh leicht erhöht und du hast mehr Einsicht als der Gegner, wenn du den Heimvorteil nutzt. Außerdem muss er laufen, während du noch taktieren kannst. Sei klug, grüße den Gegner wenn du schnell schreiben kannst, denn damit lenkst du ihn ab. Eventuell baue deine Basis um und verschiebe sie an einen anderen ungewöhnlichen Punkt auf der Karte, damit der Feind deinen Standpunkt nicht direkt erkennt. Sei nicht microlastig, sondern macrolastig. Baue also eine Infrastruktur und konzentriere dich nicht auf das koordinieren von einzelnen wenigen Einheiten. Dies ist keine Kampagne, dies ist das freie Spiel.

Kümmere dich immer zuerst um Saturation, also Auslastung. Konzentriere dich auf Arbeiter und baue möglichst viel ab, nehme schnell eine Natural (erste weitere Basis in der Nähe). Als Terraner kannst du mit Gebäuden Zugänge schließen, baue zu jeder Basis auch mindestens einen weiteren verteidigenden Bunker. Konzentriere dich lange nur auf Arbeiter. Bei Blitzangriffen mit wenigen schwachen Kampfeinheiten des Gegners ist eine Masse an Arbeitern immer noch stärker, als wenige Kämpfer. Lasse dich nicht von Blitzangriffen aus der Ruhe zu bringen, halte die Build Order (Reihenfolge in der du dich um bestimmte Einheiten und Gebäude kümmerst) ein. Lasse die Mineralien nicht über 1000 kommen, sondern verbrauche alles was du herstellst, um schneller mehr Einheiten als dein Gegner erstellen zu können. Am Ende geht es nur noch um Geschwindigkeit.

Sobald du mehr als zwei Reihen Kämpfer ausgebildet hast, schicke sie mit Angriffsbefehl über die Mini Map zum Gegner. Schicke die Angreifer in Wellen, ohne sie auf ihrem Kampfesgang mit der Kameraeinstellung zu begleiten. Stelle schnell weiter her. Time deine Angriffe und Bauvorhaben nicht nach starren Mustern, sondern bleibe je nachdem was der Gegner tut flexibel. Achte nicht auf die verstrichene Zeit, sondern richte dich nach dem, was im Spiel gerade geschieht. Achte alle paar Sekunden auf rote Punkte auf der Mini Map und erfahre so, was der Feind gerade tut.

Das nennt man auch Scouting. Lerne den Aufbau der einzelnen Karten kennen. Manche Taktiken funktionieren besser oder schlechter, je nach Umgebung. Aber vor allem: Behalte die Übersicht auf jeder Map, indem du eine schwache Einheit auf jeden der Watchtower in deiner Umgebung entsendest. Schicke später einfach mal jemanden in verschiedene Ecken der Map und nutze das Sonar der Kommandozentrale, wenn du Terraner bist. Es kann auch helfen sich Replays anzuschauen, aber daraus lernt man erst etwas, wenn man schon mindestens Gold-Liga ist.


Hot-Keys sind wichtig. Lege Gruppen von Einheiten mit Strg + Zahl auf 1 - 9 und erschaffe so Divisionen, die auf Knopfdruck verfügbar stehen. Dazu kannst du in den Optionen auch direkt die Hot-Keys aktivieren und siehst unten rechts nun neben den Portraits die Tasten für die linke Hand. Wenn du statt nur mit der Maus zu agieren, auch die linke Hand an der Tastatur zum Bauen nutzt, wirst du wesentlich schneller sein. In der Bronze-Liga tut das noch kaum jemand.

Bleibe ruhig und lasse Emotionen nicht hervorkommen. Bewahre auch dann Ruhe, wenn der Gegner dich mit kleinen Sticheleien zu Beginn des Spiels aus der Ruhe bringen will und sei selbst niemals unhöflich, beende das Spiel mit einem GG (good game). Spielen solltest du nur, wenn du gerade Spaß daran hast. Frust und schlechte Tage sorgen nur für einen Abbau deiner Spielstatistik.

Wenn du alle Arbeiter anklickst und einen Auftrag gibst, baut immer der Arbeiter am gewählten Gebäude, der am ehesten zur Baustelle kommt.

 

Zerg-Build

Halte dein Geld unten und setze alles in Overlords und Drohnen. Schicke den ersten Overlord zum Scouten auf die erste mögliche gegnerische Expansion, den zweiten Overlord bei 9 Supply auf die erste eigene Expansion und jeden weiteren in den Hintergrund des Spielfelds, damit sie nicht angreifbar sind. Baue die Early Expansion bei 14 Supply. Zerg sind besonders als Kanonenfutter zu betrachten, ganz im Kontrast zu Protoss.


Baue bei 15 Supply den Brutschleimpool, schaffe 6 Zerglinge als Gegenwehr gegen Frühangriffe und schicke jeweils einen Zergling auf die beiden Watchtower. Schicke bei 17 Supply einen weiteren Overlord zu einer weiteren möglichen Base.

Bei 23 Supply brauchst du Queens, die Lufteinheiten abwehren können. Injecte mit der Queen sobald es geht und erschaffe beim Injecten immer Overlords in Höhe der Anzahl deiner Basen neu. So hast du immer genug Plätze für neue Einheiten frei. Zergs sollten noch mehr als andere Rassen drauf achten, dass sie immer eine Base mehr als der Feind halten, weil sie nur in der Masse funktionieren. Setze den Sammelpunkt für Drohnen nun auf die Natural (erste Expansion). Bei zu viel Geld baue eine zweite Queen pro Hatch und sichere jede Hatch mit einem Sporenkrabbler gegen kleine Angriffe.

Ab 50 Supply baust du nun Extraktoren und besetzt sie voll. Du solltest mehr als zwei Reihen Drohnen in jeder Hatch haben und baust dann eine Schabenhöhle. Du setzt auf zwei Evolutionskammern. Nun sind Schaben die wichtigsten Einheiten. Den Overlord in der gegnerischen ersten Expansion kannst du zu Scouting-Zwecken nun in die gegnerische Basis schicken und opfern.

Bei 80 Supply kannst du den Hatch zum Bau ausweiten und bei 100 zum Schwarmstock. Bei über 1000 Ressourcen baust du am besten eine Macro Hatch, also eine Hatch die nicht abbaut, sondern nur für neue Larven zur Verfügung steht. Setze Overseer gegen Tarnfelder ein und baue Rotzetürmchen gegen Lufteinheiten an jede Hatch.

Nutze die zusätzliche Queen um Creep zu spreaden (der Schleim am Boden wird durch Tumore erweitert). So erhälst du mehr Baumöglichkeiten und Map-Einsicht. Gegen starke Barrikaden schicke Bainlinge ohne Ende.

Es gibt auch All-In-Taktiken, die selten klappen, aber lustig sein können, wie zB. nur Drohnen bauen und auf Ultras skillen, die den Gegner dann überrennen sollen; nur auf Queens setzen und diese sich gegenseitig heilen lassen; etc.

 

Terraner-Build

 

Baue mehr als eine Baracke. Baue möglichst viele, so können mehr Schleifen gleichzeitig laufen, in denen Kämpfer ausgebildet werden. Viele Anfänger glauben, eine Baracke alleine reicht und bauen stattdessen noch alle möglichen anderen Gebäude, Hauptsache man hat von allem etwas. Aber es bringt mehr, sich zu spezialisieren. Sonst könnte man alles, tut aber nichts. Bleibe also simpel in der Aufstellung und nutze das breite Angebot in StarCraft nur in seltenen Fällen, in denen eine Spezialisierung als Konter zu bestimmten Einheiten effektiver als pure Masse und Geschwindigkeit wären.

Drei Reihen WBFs an den acht Mineralienhaufen sind Pflicht, damit laufend maximal saturiert wird. Als Terraner kannst du Super-Arbeiter holen, wenn du schnell ein Orbital (Satellitenschüssel) auf die Basis baust. Sobald das Scouting ergibt, dass der Gegner eine Base mehr hat, muss nachgelegt werden.

Baue nebenbei auch immer genug Depots, um nicht Supply (Anzahl der Einheiten, die gleichzeitig auf dem Feld sein dürfen) Blocked zu werden und beachte, dass auch Zentralen die Supply hochtreiben! Schicke die ersten Marines ruhig über die ganze Karte und opfere sie zur Not, um Überblick über Feindesbewegungen zu erhalten. Denn alles außerhalb deiner Einheiten bleibt im sogenannten Kriegsnebel und ist für dich uneinsehbar.

Nach zwei Reihen WBFs (50-70 Supply) werden Raffinerien an der Zentrale gebaut, um forschen zu können. Erweitere die Barracken um zwei Tech-Labs und erforsche in zwei Maschinendocks (für je Verteidigung und Angriff gleichzeitig) stärkere Marines. Baue Fabrik und Raumhafen, um heilende Medi-Vacs zur Unterstützung zu beordern. Vor der Forschung muss man allerdings immer erst genug Marines erschaffen, die auch nachträglich von jeder Forschung profitieren.

Auf Ultralisken kontere ich mit Marauders statt mit Space Marines. Space Marines sollten ein Stim Pack nutzen, wenn sie in der gegnerischen Basis ankommen. Bedenke auch, dass deine Gebäude fliegen können und nutze das, um zum Beispiel zu expandieren, die Gebäude aber vorher sicher in deiner Basis zu bauen.

 

 

Protoss-Build



Die Protoss kenne ich kaum, aber seine Feinde muss man studieren. Daher sei folgendes gesagt: Auch Protoss werden erstmal lange nur saturieren, können ab 15 Supply aber einen zweiten Nexus und eine Schmiede bauen. Protoss müssen früher verteidigen. Pylonen versorgen die Strukturen mit Energie und so sollten nun Kanonen zur Verteidigung gebaut werden. Ab 30 Supply kann man dann Gateways bauen und einen Kern, um die Tore zu erforschen. Man sollte sich dann auch direkt zwei Geysire nehmen und sein Geld für Gateways ausgeben. Dabei kann man am Nexus direkt Zeitschleifen erschaffen, um Zeit zu sparen.